|
||||||||||||||||||||||||||
TUIS-Einsätze in der Praxis: Stand: April 2010
Lage : Gefahrgutunfall am Ein Tanklastzug, beladen mit über 23.000 Litern leicht entzündlichem Acrylharz, kippte auf der A99 um, rutschte über den Seitenstreifen und blieb dort liegen. Dabei wurde der Fahrer leicht verletzt. Durch den Aufprall wurde die Isolierung des Tanks zwar beschädigt, blieb jedoch dicht.
Die Temperaturen lagen an diesem Tage um den Gefrierpunkt.
Hilfe: Die öffentlichen Einsatzkräfte erbaten die Unterstützung der TUIS-Werkfeuerwehr Infraserv Gendorf, Werk Gendorf. Die Werkfeuerwehr rückte an mit einem Einsatzleitwagen, einem Gerätewagen Gefahrgut sowie mit einem Mehrzweckfahrzeug, das ein Umfüllset für sogenannte warme Produkte und Stoffe mit hoher Viskosität enthält.
Acrylharz ist nur im warmen Zustand dünnflüssig. Damit dieses Produkt aus dem havarierten Tanklastzug umgefüllt werden konnte, pumpten vier TUIS-Spezialisten das Acrylharz mit einer beheizten Pumpe und beheizten Schläuchen in mehrere Ersatzfahrzeuge um. Während des Umfüllvorganges musste der Tankauflieger immer wieder von einem Kran angehoben werden, damit das Produkt durch den Auslaufstutzen abgepumpt werden konnte. Mit einem Tanksachverständigen hatten die TUIS-Spezialisten vorher das Procedere abgeklärt, um den Tank fachgerecht anschlagen und anheben zu können. Die restliche Menge wurde durch die Domdeckel mit einem Spezialrohr abgesaugt.
Die Einsatzkräfte der öffentlichen Feuerwehr stellten den Brandschutz sowie den Rettungsdienst für die Werkfeuerwehr Werk Gendorf sicher. Aus den Kraftstofftanks des Fahrzeuges pumpte die zuständige öffentliche Feuerwehr außerdem auch den Dieselkraftstoff ab und sicherte das Produkt. Rund sieben Stunden dauerte der Einsatz vor Ort.
Lage : Gefahrgutunfall 5.1.2010 auf der A3 bei Passau Ein Tanklastzug, beladen mit über 15.000 Litern Maleinsäureanhydrid, kippte auf der A3 um, rutschte über die Mittelleitplanke und prallte gegen einen Brückenpfeiler. Dabei wurde das Führerhaus abgerissen und 20 Meter weit in eine Böschung geschleudert. Der Fahrer wurde im Fahrzeug eingeklemmt, die örtlichen Feuerwehren mussten ihn befreien.
Durch den Aufprall wurde die erste Tankkammer, die allerdings leer war, zerquetscht. Die mittlere - befüllte - Tankkammer blieb jedoch dicht.
Die Temperaturen lagen an diesem Tage bei etwa minus zehn Grad.
Hilfe: Die öffentlichen Einsatzkräfte forderten die Unterstützung von zwei TUIS-Werkfeuerwehren an. Die Werkfeuerwehr der Wacker Chemie, Burghausen, rückte mit einem Komandowagen, einem Abrollbehälter Gefahrgut sowie mit vier Feuerwehrmännern an. Mit einem Einsatzleitwagen, einem Mehrzweckfahrzeug, das ein Umfüllset für „warme“ Produkte enthält, sowie mit einem Gerätewagen Gefahrgut kamen vier Feuerwehrmänner der Infraserv Gendorf, Werk Gendorf, zur Einsatzstelle.
Da die Säure nur im warmen Zustand flüssig ist und damit bewegt werden kann, pumpte die Werkfeuerwehr von Infraserv Gendorf das Produkt mit einer beheizten Pumpe und beheizten Schläuchen in ein Ersatzfahrzeug um. Dabei trugen die TUIS-Werkfeuerwehrmänner entsprechende Schutzkleidung. Die Einsatzkräfte der Wacker-Werkfeuerwehr unterstützten die Gendorfer-TUIS-Feuerwehrmänner. Sicher und professionell konnten sie das Produkt ohne Qualitätsverlust komplett bergen.
Lage: 31. August 2009, Korbach/Hessen. Beim Transport von Chlorgasflaschen im Technikgebäude des Hallenbades Korbach wurde eine Flasche beschädigt; Chlorgas entwich, sodass ein Gassensor daraufhin gegen 15.41 Uhr den Alarm auslöste.
Die Feuerwehr Korbach rückte mit mehreren Fahrzeugen und dem Gerätewagen Gefahrgut zur Einsatzstelle aus. Sie stellte schnell fest, dass der Verschluss einer 65-Kilogramm-Chlorgasflasche beschädigt war. In Chemikalienschutzanzügen dichteten die Feuerwehrmänner das Leck zunächst provisorisch ab.
Es stellte sich allerdings heraus, dass ein Abtransport der defekten Chlorgasflasche aus dem Technikgebäude problematisch sein würde, da ein Wohngebiet an das Gebäude angrenzt und die Flasche zunächst nur provisorisch abgedichtet war. Die Feuerwehr Korbach bat deshalb eine geeignete TUIS-Werkfeuerwehr, in diesem Fall die Werkfeuerwehr der Merck KGaA, im südhessischen Darmstadt um Hilfe.
Hilfe: Zwei Werkfeuerwehrmänner rückten am Abend nach Korbach aus - mit einem Wechsellader-Fahrzeug (WLF) und einem speziell für diese Fälle konzipierten Abrollbehälter, um die defekte Chlorgasflasche zu bergen. Gegen 23:45 Uhr begannen die Bergungsarbeiten: Mit Unterstützung der Korbacher Feuerwehr legten die TUIS-Einsätzkräfte die defekte Flasche in den großen druckfesten Bergebehälter und sicherten sie. Anschließend verschlossen die TUIS-Spezialisten den Behälter luftdicht. Dann erst fuhren die TUIS-Werkfeuerwehrmänner mit ihrem Spezialfahrzeug zum Hersteller, damit die Chlorgasflasche dort fachgerecht und sicher entsorgt werden konnte.
Lage: 26. Juli 2009, Laufen – Kiesstrand an der Salzachschleife. Ein unbekannter Stoff hatte eine Liegedecke plötzlich in Brand gesetzt. Dadurch erlitt ein zehnjähriges Mädchen, das auf der Decke saß, Brand- und Ätzwunden. Der herbeigerufene Notarzt versorgte das Kind. Freiwillige Feuerwehr und Polizei sperrten das Gelände umgehend, suchten den Strand ab und sammelten rötlich bis gelbes körniges Material in Stecknadelkopfgröße ein. Die Polizeiinspektion Laufen forderte außerdem die Hilfe der nächstgelegenen TUIS-Werkfeuerwehr an - in diesem Fall die Werkfeuerwehr von InfraServ Gendorf. Die Fachleute sollten herausfinden, um welchen Stoff es sich handelt.
Mit einem Infrarot-Spektrometer untersuchte die TUIS-Werkfeuerwehr die Proben.
Hilfe: Die TUIS-Werkfeuerwehrmänner entfernten zunächst die Gesteinsverunreinigungen an den unbekannten Substanzproben. Anschließend untersuchten sie mit einem Infrarot-Spektrometer den Stoff und stellten fest, dass es sich um Phosphor handelt. Die Fachleute der Werkfeuerwehr übernahmen die Phosphorteilchen und brachten sie in das Werk. Dort bestätigte das Umweltlabor der InfraServ Gendorf das Analyseergebnis.
Der Kampfmittelräumdienst suchte in der Zwischenzeit die Einsatzstelle mit Metallsuchgeräten großflächig nach Fliegerbomben ab. Es wurden keine weiteren Phosphorteilchen gefunden. Nach zwei Tagen konnte der Strand wieder freigegeben werden.
Lage: 2. Dezember 2005, A11 Grenzübergang Pomellen/Richtung Polen Ein mit 30.000 Litern konzentrierter Kalilauge gefüllter Tanklastzug, der am Grenzübergang Pomellen stand, war undicht; das Produkt lief aus. Der Bundesgrenzschutz in Mecklenburg-Vorpommern forderte technische Hilfe bei der nächst gelegenen TUIS-Werkfeuerwehr an; in diesem Fall die Werkfeuerwehr der Schering AG.
Hilfe: Das auslaufende Produkt fingen die TUIS-Fachleute zunächst in einer pneumatischen Spezialwanne auf. Da ein Riss unterhalb der Isolation nicht abgedichtet werden konnte, beschloss die TUIS-Werkfeuerwehr in Absprache mit den örtlichen Einsatzkräften, den Inhalt des Fahrzeuges umzupumpen. Hierfür stellte eine weitere TUIS-Werkfeuerwehr einen Tankwagen zur Verfügung. Innerhalb von 75 Minuten füllten dann vier TUIS-Einsatzkräfte mit einer Spezialpumpe das Produkt in den Tankwagen um. Die Reste der Kalilauge im defekten Fahrzeug neutralisierten die TUIS-Werkfeuerwehrmänner mit Zitronensäure; anschließend spülten sie das Tanksystem mit Wasser neutral und übergaben es dem Bundesgrenzschutz.
Lage: 3. Dezember 2005, Autobahn A 12 bei Frankfurt/Oder Ein Tanklastzug auf der Autobahn A 12 bei Frankfurt/Oder war auf einen abgestellten, ungesicherten LKW aufgefahren. Der vorderste Tank riss auf, und die flüssige Ladung geriet in Brand; die Transportunterlagen verbrannten ebenfalls. Zwei weitere Kammern des Fahrzeuges blieben unbeschädigt. Die Feuerwehr der Stadt Frankfurt/Oder bat eine TUIS-Werkfeuerwehr um Produktberatung. Auch bei diesem Einsatz: die Werkfeuerwehr der Schering AG.
Hilfe: Zwei TUIS-Werkfeuerwehrmänner (einer von ihnen Chemie- und Pharmameister) haben an der Unfallstelle Proben entnommen. Aufgrund der Farbe, Konsistenz und Produktvergleich mit einer Substanzprobe konnten sie noch direkt vor Ort feststellen, dass es sich bei dem Produkt um Stearin handelte. Daraufhin konnte eine Entsorgungsfirma das Produkt umpumpen und das ausgebrannte Fahrzeug von der A 12 entfernen. Die Nachfrage der polnischen Behörden beim Spediteur bestätigten die Aussage der TUIS-WF.
Lage: 7. Februar 2005, Institut für Organische Chemie der Freien Universität (FU) Berlin. Bei Laborarbeiten wollten Studenten vom Institut für Organische Chemie der FU Berlin das Lösungsmittel Tetrahydrofuran mit Natrium trocknen. Versehentlich geriet aber auch das Lösungsmittel Methylenchlorid hinzu. Da Methylenchlorid dazu neigt, mit Natrium heftig - unter Umständen sogar explosionsartig - zu reagieren, riefen sie eine TUIS-Werkfeuerwehr, in diesem Fall die Werkfeuerwehr der Schering AG, um Hilfe.
Hilfe: Die TUIS-Werkfeuerwehr rückte in Absprache mit der Berliner Berufsfeuerwehr mit einem TUIS-Rüstwagen und einem Einsatzleitwagen aus. Zunächst wurden das Institutsgebäude und das angrenzende Gebäude des Physikalischen Instituts vorsorglich geräumt. Danach demontierten die TUIS-Spezialisten - durch flammensichere Spezialanzüge geschützt - äußerst vorsichtig die Versuchsaufbauten und brachten anschließend das Glasreaktionsgefäß in einem mit Kieselgur gedämmten Schutzgefäß ins Freie. Bei diesem Transport war ebenfalls Fingerspitzengefühl gefragt: Denn Bewegungen oder Turbulenzen im Reaktionsgefäß hätten zu Reaktionsbedingungen führen können – mit fatalen Folgen.
Anschließend dekantierten die TUIS-Spezialisten den Inhalt des Reaktionsgefäßes vorsichtig in einer Edelstahlwanne. Danach zündeten sie die Flüssigkeit mit einer Lunte an, um sie kontrolliert abzubrennen. Den im Reaktionsgefäß verbliebenen Natriumrest konnten die Werkfeuerwehrmänner nur durch Zerstören des Glasgefäßes isolieren. Sie zerteilten den verbackenen Rest mit einem Messer in kleine Stücke und zersetzten es - ebenfalls kontrolliert - in einer Wanne mit Wasser. Dieser ungewöhnliche TUIS-Einsatz dauerte insgesamt 50 Minuten.
Lage: Dienstag, 25. Januar 2005, gegen 9.00 Uhr, Landkreis Mühldorf am Inn Auf der bayerischen Staatsstraße zwischen Hohenlinden und Albaching kommt ein Tanksattelzug, der eine ätzende und brennbare Flüssigkeit geladen hat, von der Straße ab, stürzt um, fällt mehrere Bäume und schlägt teilweise leck.
Hilfe: Zunächst rücken die freiwilligen Feuerwehren aus drei Landkreisen mit rund 200 Mann aus. Auch das Technische Hilfswerk (THW) und das bayerische Rote Kreuz sind mit etwa 50 Personen vor Ort. Die öffentlichen Einsatzkräfte decken den Boden mit Planen ab und versuchen, die auslaufende Flüssigkeit aufzufangen. Sie fordern außerdem die TUIS-Werkfeuerwehr der Wacker-Chemie GmbH, Burghausen, an. Diese rückt mit Mannschaft und Gerät aus; auch ein Chemiker begleitet sie zum Unfallort. Gemeinsam mit dem Einsatzleiter erkundet die TUIS-Werkfeuerwehr zunächst die Lage, und sie können den freiwilligen Wehren sehr gute Arbeit bestätigen.
Jetzt muss die TUIS-Werkfeuerwehr das Produkt noch umpumpen. Dabei geht sie folgendermaßen vor: Mit einer Wärmebildkamera prüft sie zunächst den Füllstand des verunglückten Tanksattelzuges, um den besten Zugang zum Tank festzulegen. Da das auf der linken Seite liegende Fahrzeug keinen direkt passenden Anschluss bietet, müssen die TUIS-Spezialisten über Bodenventile und Tauchrohranschlüsse einen provisorischen Zugang schaffen. Anschließend wählen die TUIS-Feuerwehrmänner gefahrgutbeständige Schläuche, Armaturen und Pumpen aus und füllen das Produkt schließlich mit zwei Gefahrgutpumpen um. Den Brandschutz sowie weitere Sicherungsmaßnahmen übernehmen nach Absprache die Kräfte der freiwilligen Feuerwehren und des THW.
Nachdem das Produkt wieder in einem sicheren Tanklastwagen „verpackt“ ist, helfen die TUIS-Spezialisten auch bei der Reinigung der Geräte und der Einsatzstelle. Nach zwölf Stunden kehrt die TUIS-Werkfeuerwehr von ihrem Einsatz zurück.
Lage: Sonntag, 25. Juli 2004, 2.12 Uhr, Oberhausen, Rhein-Herne-Kanal. Am Sonntagmorgen um 2.12 Uhr Explosion eines Tankschiffes mit einer leicht entzündlichen brennbaren Flüssigkeit (Naphtha) auf dem Rhein-Herne-Kanal. Dies wurde der Berufsfeuerwehr Oberhausen gemeldet. Die Explosion führte zu Sekundärbränden auf dem Schiff; eine Druckwelle zerstörte das Schiff, Teile wurden durch die Luft geschleudert. Im Umkreis von mehreren 100 Metern barsten unzählige Fensterscheiben. Die Berufsfeuerwehr Oberhausen konnte den Brand innerhalb von 30 Minuten unter Kontrolle bringen und löschen. Aufgrund der unüberschaubaren Schadenslage forderte sie die Einheiten der Feuerwehren Essen (Feuerlöschboot), Bottrop (Taucher) und Duisburg (Feuerlöschboot) an. Zusätzlich verständigte sie Wasserschutzpolizei, Wasserschifffahrtsamt und Bezirksregierung. Mehrere Verletzte konnten vom Ufer aus an Bord ausgemacht, mit einem Boot gerettet und in Sicherheit gebracht werden. Sechs Verletzte wurden vor Ort versorgt und anschließend in ein Krankenhaus transportiert. Beim Kapitän des Schiffes konnte der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Zur weiteren Schadensbekämpfung forderte die örtliche Einsatzleitung die TUIS-Werkfeuerwehren der Bayer AG, Dormagen, der Henkel KGaA, Düsseldorf, und der Infracor GmbH, Chemiepark Marl, mit zusätzlichen Fachberatern an. Sie sollten die vier noch intakten Tanks entgasen; diese enthielten pro Kammer noch circa 380 m3 explosive Produktdämpfe.
Hilfe: Mit 13 Mann und umfangreichem Gerät leisteten die TUIS-Werkfeuerwehren technische Hilfe: Sie waren mit zwei TUIS-Rüstwagen, zwei Wechselladerfahrzeugen, zwei Abrollbehältern Stickstoff und drei Einsatzleitwagen vor Ort. Die drei TUIS-Werkfeuerwehren versuchten zunächst, die Tanks mit Stickstoff zu fluten und die Produktdämpfe zu verdrängen. Eine mobile Abgasfackel stand bereit, um je nach Ausbreitung der Dämpfe eingesetzt zu werden und die restlichen Napthadämpfe zu verbrennen. Angesichts der großen Volumina der Schiffstanks zeigte das Spülen der Tanks mit Stickstoff zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Daraufhin entschieden die TUIS-Fachberater, ein explosionsgeschütztes Belüftungsgerät einzusetzen: Nach Ausschluss von Zündquellen im Nahbereich der Tanköffnungen bliesen sie über lange flexible Luftansaugschläuche (so genannten Lutten) Luft in die Tanks ein, um einen Überdruck zu erzeugen. Das Gasgemisch konnte so über die Tankbelüftungen aus den vier Kammern entweichen, sich mit der Außenluft verbinden und verflüchtigen. Die Explosionsgefahr war beseitigt. Um Restausgasungen zu verhindern, "beschleierten" und verschlossen die TUIS-Werkfeuerwehr den Tankraum zur Sicherheit mit Stickstoff. Danach kontrollierten die TUIS-Einsatzkräfte gemeinsam mit der öffentlichen Feuerwehr auch die Bilge und die Hohlräume des doppelwandigen Tankers, ob noch Produktreste vorhanden waren. Dies war nicht mehr der Fall. Insgesamt waren die TUIS-Werkfeuerwehren mehr als acht Stunden am Einsatzort. Dirk Buttler, Leiter des Dezernates Bürgerservice, öffentliche Ordnung, Feuerwehr der Stadt Oberhausen, würdigte die "perfekte Zusammenarbeit": "Insbesondere ist das Zusammenwirken der beteiligten Feuerwehren Bottrop, Essen, Duisburg und der TUIS-Werkfeuerwehren Bayer Dormagen, Infracor Marl und Henkel und der Feuerwehr Oberhausen zu loben."
Lage: 28. Januar 2003: Im Güterbahnhof Hagen-Vorhalle entgleisten drei Waggons eines abgekoppelten Waggonverbandes. Ein leerer, ungereinigter Kesselwagen sowie ein mit 50 Tonnen Toluol beladener Waggon kippten auf die Seite; das dritte Schienenfahrzeug - mit Ammoniak-Wasser befüllt - rutschte in das Schotterbett. Die Kupplungen der Waggons verkeilten sich ineinander. Die Fahrzeuge blieben aber dicht.
Hilfe: Die Berufsfeuerwehr Hagen rief die nächst gelegene TUIS-Werkfeuerwehr um Hilfe. Um die umgestürzten Schienenfahrzeuge bergen zu können, pumpte die TUIS-Werkfeuerwehr die Produkte in bereit gestellte Kesselwagen um. Die Arbeiten mussten immer wieder für Trenn- und Kranarbeiten unterbrochen werden, da ein vollständiges Umpumpen in der Ursprungslage der Waggons nicht möglich war. Darüber hinaus waren an der Einsatzstelle umfangreiche Abschalt- und Umklemmarbeiten an Ober- und Überland-Hochspannungsleitungen notwendig, zum Teil mussten auch Ober- und Hochspannungsleitungen verlegt werden, um die Fahrzeuge zu bergen.
Nach 35 Stunden waren die Produkte gesichert und der Einsatz vor Ort beendet.
Lage: 9. Juli 2003, 22.42 Uhr, Bundesautobahn A 61 bei Kerpen: Der Fahrer eines Sattelzuges, der mit 43 Gefahrgut-Versandstücken beladen ist, verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Grund: ein geplatzter Reifen. Der Sattelzug bricht durch die Mittelleitplanke, kippt um und rutscht rund 160 Meter auf der Überholspur der Gegenfahrbahn. Dabei werden 16 Container (IBC) mit Hydroxylamin beschädigt. Das Produkt läuft aus, zersetzt sich zu Ammonik und dringt teilweise in das Entwässerungssystem der Autobahn ein. Außerdem sind 27 Fässer mit Diethylphthalat stark deformiert; acht von ihnen haben leicht getropft.
Hilfe:
Die örtliche Feuerwehr hat beim Eintreffen der TUIS-Werkfeuerwehren bereits 20 Fässer geborgen und gesichert. Nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter der öffentlichen Feuerwehr beschließen die TUIS-Werkfeuerwehren, die mit Hydroxylamin gefüllten Container mit einem Kran zu bergen und anschließend das Produkt mit einer Fasspumpe in bereitgestellte IBC umzufüllen.
Lage:
Lage: Bei Rangierarbeiten eines Bahnkesselwagens (BKW) im Verschiebebahnhof der südfranzösischen Stadt Narbonne verunglückte der BKW aus zunächst ungeklärter Ursache. Der Bahnkesselwagen, der sich in einem Zug mit weiteren acht Wagen befand, sank im Gleisbett einseitig etwa einen Meter tief ein. Dabei kippte der Bahnkesselwagen zur Seite und legte sich auf einen leeren Plateauwagen, der auf dem Nebengleis stand.
Der Bahnkesselwagen hatte 50 Tonnen Fluorwasserstoff, wasserfrei, geladen. Da keine Undichtigkeit vorlag, sicherte die örtliche Feuerwehr den BKW gegen weiteres Kippen und sperrte die Umgebung ab. Die örtliche Feuerwehr bat eine TUIS-Werkfeuerwehr um Beratung bei der Bergung des BKW. Die TUIS-Werkfeuerwehr entsandte zwei Mitarbeiter der Feuerwehr, einen Fachberater für Druckbehälter, zwei Fachberater für Berge- und Kranarbeiten sowie einen Fachberater des Herstellungsbetriebes an die Unfallstelle.
Hilfe: Mit den verantwortlichen Behörden wurden drei Alternativen diskutiert, um den Bahnkesselwagen zu bergen. Nach intensiven Gesprächen mit den TUIS-Beratern entschied man sich schließlich, den gefüllten BKW mit einem hydraulischen Spezialgerät durch eine Bergungsgruppe der französischen Bahngesellschaft SNCF zu bergen. Und zwar unter folgenden Randbedingungen: •Sperrung aller Straßen um das Bahnhofsgelände und Schließung des Bahnhofs, •Evakuierung mehrerer Häuser im Randbereich des Bahnhofsgeländes (rund 30 Personen) •Wind aus Süd-Südost (vom Wohngebiet weg)
Einsatzablauf
•Die Feuerwehr Narbonne baute zunächst eine Wasserversorung auf und präventiv mehrere Hydroschilde sowie einen Wasserwerfer zum Niederschlagen von Produktdämpfen im Falle einer Leckage. •Leichtes Anheben des BKW mit Drucklufthebekissen, so dass der Plateauwagen des Nachbargleises, auf dem der BKW lag, weggefahren werden konnte. •Fixierung am Fah rgestell; zur Druckverteilung beim Anheben mit Stempeln. •Ansetzen der Hydraulikstempel zum Aufrichten des BKW in mehreren Arbeitsschritten. •Horizontales Verschieben und Aufgleisen des BKW auf das intakte Nebengleis unter Einsatz von weiterem Spezialgerät. •Überprüfung der Fahrtüchtigkeit des BKW durch einen Experten der Waggonfirma. Anschließend Weitertransport zum etwa vier Kilometer entfernten Zielort. •Die Bergungsarbeiten dauerten insgesamt rund 14 Stunden.
Lage: Im Chemieunterrichtsraum einer Schule rutschte der Chemielehrerin eine Glasflasche mit rund 1,5 Liter Brom aus der Hand, fiel auf den Boden und verteilte sich dort. Die Lehrerin erlitt Verätzungen an den Beinen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. 16 Schüler und zwei Feuerwehrleute mussten ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Rettungsleitstelle Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern bat eine TUIS-Werkfeuerwehr um Hilfe.
Hilfe:Die TUIS-Werkfeuerwehr rückte aus, da die Freiwillige Feuerwehr in Neustrelitz nicht über die geeigneten technischen Einrichtungen verfügte, um das Brom/die Bromdämpfe zu binden, chemisch zu einer harmlosen Verbindung umzusetzen oder Bromdämpfe über ein Lüftungsaggeregat mit integrierter Luftwaschung abzusaugen und zu entgiften.
Als die TUIS-Werkfeuerwehr die Schule erreichte, konnte sie das Brom noch riechen. Die TUIS-Werkfeuerwehr erkundete den Raum und konnte schließlich Entwarnung geben: Denn die Flasche enthielt nicht Brom als reines Element, sondern Bromwasser als 5-prozentige Lösung. Eine aufwendige Gaswäsche war deshalb nicht nötig. Die TUIS-Werkfeuerwehr dekontaminierte den Fußboden mit Natriumthiosulfat. Der Chemieunterrichtsraum konnte wieder benutzt werden.
lesen Sie auch: TUIS – das Transportunfall-Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie im Überblick Sie können hier die TUIS-Broschüre online bestellen.
|
||||||||||||||||||||||||||